LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

4 Mai, 2026| élodie| , |

„Kamera läuft in drei, zwei, eins…!“

„Hallo und herzlich willkommen bei Arcana-TVDein Portal in die Welt der Wunder! Ich bin Jasper Morgenstern und wir berichten heute live vom großen Finale des Häschenmond-Events. Die Stimmung hier ist elektrisierend! Neben mir steht unsere Reporterin vor Ort, Luna Lichtschreiber, die den krönenden Abschluss der Festlichkeiten hautnah miterlebt hat. Luna, wie war es?“

„Danke, Jasper! Ja, es war schlichtweg atemberaubend. Ich stehe hier noch immer ganz berauscht auf der Festwiese. Gerade eben ist die Aufführung ‚Das tanzende Mondlicht‘ zu Ende gegangen, und ich kann euch sagen: Das war keine gewöhnliche Darbietung. Angeführt wurde die Gruppe von der talentierten Blütenmagierin Élodie. Sie hat mir gerade im Interview verraten, dass der Tanz die Rückkehr des Frühlings und das Erwachen der Natur symbolisiert. Besonders spektakulär: Inmitten der Choreographie ließ Élodie leuchtende Nachtblumen direkt aus dem Boden sprießen, während ihre Elfe Vivi wie ein kleiner Komet durch die Luft sauste und alles in glitzernden Elfenstaub hüllte. Ein wahrhaft glanzvoller Abschluss für den Häschenmond! Damit zurück zu dir ins Studio, Jasper!“

Während die Kamera von Luna Lichtschreiber wegschwenkt, stehe ich noch immer schwer atmend, aber glücklich am Rand der Festwiese. 

Mein Blick fällt auf meine Hände, an denen noch ein letzter Rest magischen Blütenschimmers haftet. In meinem Kopf spielt die Musik noch einmal von vorn, und ich sehe unseren Tanz vor meinem inneren Auge vorüberziehen…

Wir waren zwölf Mädchen, eine für jeden Mondzyklus des Jahres, die sich in einem Kreis auf der Wiese aufgestellt hatten. 

Als die ersten Töne der Harfe die Stille zerschnitten, spürte ich Vivis winzige Hände an meiner Schulter. „Jetzt, Élodie!“, wisperte sie.

Wir begannen synchron, uns langsam um die eigene Achse zu drehen, wobei unsere weiten Röcke im Wind wie die Kelche von Blumen aufgingen. 

Bei jedem dritten Schritt stampften wir sanft auf den Boden, und ich ließ meine Blütenmagie tief in die Erde fließen. Zuerst geschah nichts, doch dann, als wir uns in zwei Sechsergruppen aufteilten und umeinander herum glitten, brachen die ersten leuchtenden Ranken durch das Gras.

Der Höhepunkt der Choreographie war das „Weben des Lichts“. Wir zwölften liefen in einem komplizierten Muster durcheinander, während wir unsere Magie so stark kanalisierten, dass zwischen unseren Händen feine, blühende Lichtfäden entstanden. 

Es sah aus, als würden wir ein Netz aus Sternenblüten über die Wiese spannen. 

Vivi schoss dabei im Zickzack durch unsere Reihen, ihr Elfenstaub ließ die Blüten in einem leuchtenden Blau und Violett aufleuchten.

In der letzten Phase des Tanzes kamen wir alle in der Mitte zusammen, die Arme nach oben gestreckt, wie eine einzige, riesige Blume, die sich dem Mond öffnet. 

In diesem Moment ließ ich eine gewaltige Welle von Blütenblättern in die Luft steigen, die wie glühende Funken auf die Zuschauer niedergingen.

Ich schaue zu Vivi, die sich erschöpft, aber zufrieden in mein Haar kuschelt. Wir wissen beide: Das war der schönste Tanz unseres Lebens.