LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

Ich trete vor auf den sonnigen Schulhof und spüre, wie die warme Luft den Duft von frisch gemähtem Gras heranträgt.

Professorin Cybil sieht mich erwartungsvoll an. Ich entscheide mich für die Ablenkung, weil sie am besten zu meiner Art der Magie passt.

Ich schließe kurz die Augen und konzentriere mich auf den Kern meiner Blütenmagie. Ich will keine bloße Täuschung erschaffen, ich will, dass sie lebt! Mit einer fließenden Bewegung meiner Hand beschwöre ich einen Schwarm aus leuchtenden, violetten Blütenblättern herauf, die wie ein kleiner Wirbelsturm um mich herumtanzen.

„Mille Flores!“, flüstere ich. Plötzlich teilen sich die Blätter und formen eine perfekte Kopie von mir, die zielstrebig auf die andere Seite des Hofes zu rennt.

Ich sehe, wie die Blicke meiner Mitschülerinnen und sogar die der Lehrerin für einen Moment erstaunt der falschen Élodie folgen. Währenddessen ducke ich mich weg und nutze den Sichtschutz der wirbelnden Blüten, um völlig lautlos hinter einer alten Steinsäule zu verschwinden.

Als meine Kopie sich mit einem Kichern in einen Regen aus duftendem Blütenstaub auflöst, stehe ich bereits ganz woanders und lächle Professorin Cybil zu.

„Das war echt ne geniale Idee“, denke ich mir und streiche mir eine Strähne aus dem Gesicht.