Man erzählt sich, dass in der Walpurgisnacht die Magie der Hexen erneuert wird.
Wenn die Nacht anbricht, ziehen sie in den Wald, jede mit einer erloschenen Laterne in der Hand. Im Laufe des Jahres ist ihre Magie schwächer geworden, verbraucht durch Zauber, Schutz und Heilung.
Auf einer verborgenen Lichtung im Düsterwald beginnen sie ihr Ritual. Leise sprechen sie uralte Worte und richten ihre Gedanken nach innen. Langsam bewegen sie sich im Kreis. Lautlos wie der Wind formieren sie sich und gehen auseinander. Wie in Trance. Die Laternen bleiben zunächst dunkel.
Erst wenn eine Hexe im Einklang mit ihrer eigenen Magie ist, erscheint ein Funke in ihrer Laterne. Dann flammt die Laterne auf.
Je stärker die Flamme, desto größer die erneuerte Kraft. Manche leuchten nur schwach. Andere brennen hell und wild und tauchen den Wald in flackerndes Licht.
Mit diesem Feuer kehren die Hexen zurück, ihre Magie neu entfacht bis zur nächsten Walpurgisnacht.















